Feb 26 2010

Web 2.0 und social Media – das Rad dreht sich immer schneller

Published by at 15:43 under ToDay

… und lässt immer mehr Menschen hinter sich.

Glaubt man einigen Web 2.0 Enthusiasten und Vorzeige-Bloggern, so ist es das erstrebenswerteste Ziel in einer voyeuristischen Gesellschaft einen immer kapriziöseren Seelenstriptease auf das Parkett zu legen. Die Web 2.0 Variante von Paris im Hilton.

Zitat: Der Chef twittert von der Messe, die Personalchefin stöbert in Facebook … und die Abteilungsleiter füllen Wikis.

… die 1. Führungsebene bereitet ihr Profil auf LinkedIn auf und die Belegschaft trägt sich schon mal zur späteren Jobsuche und zur Auffindbarkeit für die zahlreichen Headhunter in Xing ein.

Noch vor zwei Jahren waren die gleichen Verdächtigen schon mit eigenen Avataren in Second-Live unterwegs (die meisten Avatare dürften sich da jetzt aber bitter langweilen) und nichts schien mehr ohne zu gehen. Mittlerweile verkommt die 3D Welt als Webkonferenz System mit optischem Klamauk. Warum man einen Avatar braucht kann wohl nur James Cameron’s Blockbuster “AVATAR” hinreichend erklären. Aber solange wir hier noch normal atmen und uns bewegen können, haben wir ja noch etwas Zeit.


Aber wo die Reise hingeht wissen wieder einmal so viele und allen voran auf der einen Seite die Szene-Blogger und auf der anderen Seite die Auguren der Beraterzunft. Google hätte über kurz oder lang ausgedient und die social networks machen das Rennen, heißt es da großspurig. In ein paar Jahren (?) sucht niemand mehr im Web, sondern nur innerhalb seines Freundeskreises nach Produktempfehlungen und Neuigkeiten. Daher hätte Google auch vor Schreck ihren Buzz so schnell freigelassen, bevor der Dienst ausreichend getestet war. Die Angst vor Twitter & Co. und auf der anderen Seite Facebook … das wird eine harte Nuss für Google … wirklich?

Nun, Facebook wurde schon so oft zum Multimillarden-Dollar Unternehmen hochgeredet, ohne das Geld für das eigene Überleben zu verdienen, dass selbst Frankfurt’s Commerzbank Spitze davon lernen könnte. Ein zahlendes Publikum vor Augen oder zumindest ein tragfähiges Konzept zum Gelddrucken scheinen indes die wenigstens Netzwerke vorweisen zu können. Eine der größten Gruppen auf Facebook “We will never pay for it” zeigt die Gesinnung der Teilnehmer. Privatpersonen (Kreti & Pleti), Schüler und Studenten tümmeln sich hier, wie auch auf den VZ-Derivaten und nutzen das kostenlose Angebot. Daher plant nun Facebook eigene Credits analog den Linden Dollars, gewürzt mit Apple’s AppStore Philosophie, um künftig im virtuellen Handel mitrocken zu können. Ob das angenommen wird, wird die Sugarhill Fraktion wahrscheinlich noch in diesem Jahr erfahren dürfen.

Aus meiner Sicht ist dieser Globalisierungswahn, der schon die Wirtschaft an den Rand der Existenz getrieben hat auch im Internet am Zenit angekommen. Was nutzen uns 350 Millionen Teilnehmer in einem sozialen Netzwerk, wenn aus meiner Nähe fast niemand dabei ist. Zudem brauche ich, um mitspielen zu können, jede Menge Lebenszeit und einen Rechner mit guter Flatrate.

Google hat die Vorboten der kommenden Jahre schon vernommen und “mobile first” ausgerufen. Das ist zumindest ein Zeichen, dass man sich dort nicht kampflos dem Gesichtsbuch unterwirft, sondern wieder ein gutes Gespühr hat, wo es lang geht. Nur, ob der Nexus und ein Handy Betriebssystem ausreicht, um vorne mit zu mischen bleibt abzuwarten.

Ich persönlich setze auf SmartPhones und deren interaktive Komponenten, ganz vorne das iPhone und nahe Verwandte. In diesem Segment wird es bestimmt in Kürze nochmal sehr spannend, denn Steve Job’s Kriegskasse ist mit 40 Milliarden gut gefüllt für eine überraschende Übernahme und das Thema “mobile me” ist spannend genug für eine viel größere Nummer …

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