Apr 21 2009

Das Ende der Web 2.0 Communities?

Published by Andreas von der Eltz at 09:29 under CRM, Web 2.0 & Co.

So weit ist es noch nicht, aber das Geld wird knapp und die Investoren beginnen langsam zu begreifen, dass werbefinanzierte Communitys nicht funktionieren. Manche Internetpioniere, wie Marc Andressen, Mr. Netscape, haben sich für ihr aktuelles Baby, in diesem Fall: Ning, noch mit reichlich Investorengeld eingedeckt, um die rezessive Eiszeit zu überdauern. Facebook hat noch für Monate Geld und LinkedIn hat erst kürzlich auch noch einen Schluck aus der Investoren-Pulle genommen. Die VZ Serie von Holtzbrinck verbrennt zwar laut eigenen Aussagen (Wirtschaftswoche) zur Zeit noch richtig Geld, glaubt aber am Jahresende 2009 in den schwarzen Zahlen zu sein. Ob man da die neuen Ideen der Kooperation mit Steereo und myHammer nicht etwas überschätzt? … oder ist etwa wieder ein Facebook Angebot im Gespräch???




Augenfällig ist, dass Community Mitglieder weit weniger auf Werbebanner und Googls Ads klicken als angenommen. Man hat offenbar gelernt, die Werbebotschaften schlicht und einfach zu übersehen. Außer bei Xing fehlt es den anderen Netzwerkbetreibern offensichtlich an schlüssigen Konzepten für Mitgliederbeiträge. In der von kostenlosen Angeboten verwöhnten Internet-Gemeinde ist es schwer, den Nutzeren “wert”volle Dienste anzubieten, die dann auch honoriert werden. Auch die von Fernsehsendern betriebenen Plattformen “Wer-kennt-wen” und Lokalisten werden in 2009 Farbe bekennen müssen und sollten irgendwie zeigen, dass man dort nicht nur Geld verbrennt, sondern auch Werte schafft. Auch bei den neuen Personensuchmaschinen wie z.B. Yasni wird der Augenblick kommen, wo der Investor sich fragt, wann er denn mal mit einer Rückzahlung oder einem Buyout rechnen kann. Rechnet man wie z.B. bei Twitter mit einer Google Übernahme?

Die Zeit, wo ein schlichtes “social Network” die Massen begeistert, dürfte sich dem Ende zuneigen, wenn die Teilnehmer mehr und mehr feststellen, dass die Mitgliedschaft u.U. sehr viel Zeit und damit Geld kostet und der Nutzen in keinerlei Relation dazu steht. Nach 5 Jahren Mitgliedschaft in ca. 15 Netzwerken (oder sind es schon mehr???) habe ich jedenfalls begonnen, mein Engagement einzuschränken, da man in den meisten Netzen nur virtuelle Bekanntschaften macht, die man nie wirklich kennen lernt oder gemeinsam irgend etwas “wert”volles auf die Beine stellt. Bei virtuellen Herzchen und Blumen u.v.a.m. auf Facebook bleibt mir der Sinn verborgen und die Fülle der Möglichkeiten wird dort evtl. am Ende den eigenen Kollaps verursachen. Die Kosten steigen rasant und es ist fraglich ob die Summe der “Faces” ausreichend in die Tasche greifen werden. Die Einschätzung des Unternehmenswertes ist auf jedenfall schon im Sinkflug.

Aus meiner Sicht geht es um Werte. Das ist für jeden Nutzer zweifelsohne etwas unterschiedlich. Wenn es bei WKW evtl. nur um den Ersatz eines Telefon/eMail Verzeichnisses geht, so geht es bei Xing um Businesskontakte, wie bei LinkedIn auch. Retrospektiv kann ich nur sagen, dass ich die für mich wertvollsten Kontakte auf der kleinen Plattform www.beonit.net gemacht habe. Durch die Segmentiereung der Communites habe ich bei Business-1 auf der einen Seite und in der Wellness Community auf der anderen Seite wirklich “wert”volle Kontakte sammeln dürfen. Es geht also nicht um die Anzahl der Teilnehmer, ob man persönlich dort glücklich wird. Es geht um Beziehungsmanagement, auch um CRM!

Für die Betreiber stellt sich aber viel härter als je zuvor die Frage, wie man Einnahmen kreiieren will. Ein Investor, mit der Geduld wie Sequioa bei Google dürfte heute schlicht und einfach nicht mehr zu finden sein.

Related posts:

  1. Xing wird von LinkedIn geschluckt? Und da schießen die Gerüchte wieder in den Himmel nur...

Ähnliche Artikel bereitgestellt von Yet Another Related Posts Plugin.

No responses yet

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply

Spam protection by WP Captcha-Free